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Gastronomie mit Herz und Verstand

Sehen Sie sich die Tipps als PDF-Zusammenfassung an:

 

Die Entscheidung liegt bei Ihnen!

Ich möchte versuchen, Ihnen einige Tips aus der Gastronomie näher zu bringen. Lassen Sie folgende Hinweise, Tricks, Tips und Ideen auf sich wirken. Fragen Sie sich selbst „wie mache ich es“, „was könnte ich bei mir ändern“, „bin ich offen für Neues?“, oder bin ich auch an dem Vogel-Strauß-Syndrom erkrankt (Kopf in den Sand stecken und warten bis die Zeiten besser werden)?
Immer häufiger beobachte ich in der Gastronomie, daß Hoffnungslosigkeit, Routine mit daraus resultierender Oberflächlichkeit, Besserwisserei „das war immer so“, „daß habe ich schon mal versucht“ und warum soll ich dann was ändern“, die Runde macht.

Sie sind des eigenen Glückes Schmied. Lassen Sie sich von mir anregen, ein „Alleinstellungsmerkmal“, eine „Einzigartigkeit“, oder einen Neuanfang zu starten. Nur ein Alleinstellungsmerkmal macht Sie einzigartig und es war immer so, was einzigartig ist, daß will der Mensch auch haben.
Nur eine Spezialisierung Ihres Betriebes macht Sie für den Gast interessant, bzw. läßt es nicht zu, daß man Sie mit dem Mitbewerber um die Ecke vergleichen kann.

Eine „Einzigartigkeit“ bietet Ihnen enorme Vorteile und ist der Schlüssel zur erfolgreichen Gastronomie!

Sie bestimmen den Verkaufspreis, denn etwas Einzigartiges ist nicht vergleichbar. Sie schaffen Gespräche und Aufmerksamkeit! „Warst du mal bei…………, der macht ganz besondere Schnitzel und die serviert er in einer großen Pfanne. Sie müssen sich nicht mehr darum scheren was der Nachbar macht, denn Sie machen Ihr Ding professionell und sind eben nicht vergleichbar.
Sie werden Spaß daran bekommen, Ihr Konzept immer wieder auszubauen und den Gast zu verblüffen. Ihr Haus wird, wenn Sie verstehen „Einzigartig zu sein“, unweigerlich Aufmerksamkeit erregen. Wie stark diese Aufmerksamkeit ist, daß hängt von der Einzigartigkeit ab.

Einzigartig zu sein macht keine Blasen an den Händen, raubt Ihnen auch nicht den Schlaf und muß auch nicht teuer sein. Also packen Sie es an und seien Sie Ihren Gästen ein perfekter Gastgeber mit einzigartigen Showeinlagen.

Ich wünsche Ihnen mit den folgenden Kapiteln viel Spaß und hoffe, Ihre eigene Kreativität anregen zu können!


Ihr Wolfgang Hilgert
Gastronom aus Leidenschaft

 

Ab morgen wird bei mir alles anders!

Suchen sie sich einen Platz, an dem Sie sich ein überdimensionales Plakat für Ihre Ideen aufhängen können. Binden Sie über Ihr Vorhaben alle Mitarbeiter ein, denn hier schlummern oft Ideen mit großem Potential.
Reden Sie mit Freunden und Familienangehörigen darüber, auch hier kommen für Ihr Objekt oftmals gute Gedanken. Notieren Sie sich alle Ideen, sind sie auch noch so verrückt. Nach zwei Wochen merken Sie, daß sich aus verschiedenen Ideen eine kombinierte neue Idee entwickeln läßt.
Streichen Sie alles weg, was für Sie nie in Frage käme, denn nur die Idee, von der Sie überzeugt sind, sollen Sie auch umsetzen.

Was für Gedanken gehen Ihnen jetzt durch den Kopf?

Einen neuen Anstrich mit besonderem Ambiente?
Neue Gardinen?
Neue Personalkleidung?
Freundlichkeitstraining?
Ein Angebot für den Gast „An jedem Tag etwas besonderes“?
Eine Spezielle Speisenkarte?
Faire Preise „Schluß mit dem T€uro“?

Und und und, lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf, denn in jedem steckt eine kreative Ader.

Überstürzen Sie nichts, den einzigartig zu sein muß wohl überlegt sein!

Überdenken Sie zuerst das Einrichtungskonzept in Ihrem Haus, stimmt alles, kann man das vorhandene Inventar vielleicht umsetzen, braucht das Restaurant ein einen neuen Anstrich (vielleicht etwas Mut zur Farbe?), sollten die alten Blumen, die von der Eröffnung vor 10 Jahren übrig geblieben sind, vielleicht ausgetauscht werden? Was passt überhaupt zu mir und meinem vorhandenen Objekt? Sonst kann eine gutgemeinte Idee Sie teuer zu stehen kommen.

Bevor Sie also loslegen und die Ärmel hochkrempeln sollten Sie die gesamte Arbeitsmappe aufmerksam lesen.
Ich verspreche Ihnen, Sie werden ganz sicher das eine oder andere für Sich finden. Gehen Sie gezielt vor und halten Sie sich immer vor Augen, ganz egal wie gut eine Idee auch ist, die Qualität muß immer im Vordergrund stehen.
Darum sprechen Sie ab jetzt in Ihrem Betrieb über Qualitätsmanagement.

„Warum ist überhaupt Qualitätsmanagement ein so heißes Thema?“ werden Sie vielleicht jetzt fragen. Die Antwort ist einfach: kein Gastronom oder Hotelier, egal auf welchem Level sein Unternehmen angesiedelt ist, kann sich angesichts des immensem Wettbewerbs in der gesamten Branche und der immer höheren Ansprüche von seiten der Gäste noch erlauben, Qualität als Zufallsprodukt zu betrachten.
Wer also zukünftig erfolgreich sein möchte, kommt an Qualitätsmanagement auf keinen Fall vorbei. Große Wirtschaftszweige haben längst erkannt, dass Qualität kein Zufall ist und betreiben dieses TQM (Total Quality Management) schon seit Langem mit großem Erfolg.

Sie fragen sich „wie weit und wie schnell komme ich mit Qualitätsmanagement voran?“

Meine Antwort: sehr schnell und auf jedenfall weiter als jetzt, denn Qualität ist nichts entgegen zu setzen.

Die asiatischen Länder und Amerika machen uns schon seit vielen Jahren vor, daß Qualität im Service am Kunden oder Gast eine Normalität sein kann. Warum aber sind wir oftmals so träge, gehen oberflächlich mit den Bedürfnissen der Gäste um, oder leiden ausgesprochen gerne? Ich kann Ihnen das leider nicht beantworten, aber stelle sehr oft fest, daß Leiden mit großer Qualität durchgeführt wird!

Qualität muß nicht und ist auch nicht teuer, aber wie teuer ist es, Qualität zu vernachlässigen?

Ja, Sie leben bestimmt täglich in Ihrem Betrieb Qualität vor, zumindest sollten Sie das tun, aber wissen Ihre Mitarbeiter, welche Qualität für sie ganz wichtig ist und warum?

Hunderte von Kleinigkeiten müssen täglich beachtet werden. Die meisten beherrschen Sie bestimmt, aber es gibt immer welche, die es lohnt zu verbessern und immer aufs Neue zu prüfen. Sie sollten sich täglich eine halbe Stunde Zeit nehmen, über den vergangenen Tag genau nachzudenken. „Habe ich gestern das Möglichste für mein Haus getan, oder kann ich noch etwas an meine Mitarbeiter weitergeben und verbessern?“

Die Möglichkeit, eine Qualität zu steigern, sollten Sie sich nicht entgehen lassen, das System dazu sollte aber für Sie so einfach wie möglich sein.
Normieren Sie nie Ihren Betrieb, eine Gastbetreuung sollte nie in eine Zwangsjacke gesteckt werden. Entscheiden Sie lieber individuell und lassen sich Freiräume für Neues. Nur so leben Sie immer im Trend und schaffen eben die gewünschte Einzigartigkeit.

 

Qualität, was ist das überhaupt?

Der Mensch hat fünf Sinne und all diese Sinne nehmen Qualität bewußt war!

Qualität kann man „Sehen“
Qualität kann man „Hören“
Qualität kann man „Riechen“
Qualität kann man „Schmecken“
Qualität kann man „Fühlen“

Mit diesen fünf Sinnen bewaffnet betritt der Gast Ihr Haus. Vor ca. 6-10 Jahren waren diese Sinne bei den Durchschnittgästen noch nicht so ausgeprägt wie sie es heute sind. Dieser neue Gast setzt seine Sinne im Bereich Qualität so stark wie noch nie ein. Dies nennt man „Qualitative Erwartungshaltung“. - Der Gast geht aus um Geld auszugeben und erwartet etwas Einzigartiges mit hoher, angepaßter Qualität. Wenn Sie mit diesen fünf Sinnen bewaffnet durch Ihren Betrieb gehen und versuchen sich in einen Gast zu versetzten, dann werden Sie

- sehen, daß das eine oder andere nicht mehr so schön und erneuerungsbedürftig ist.
- hören, daß der Ton Ihres Personals oder die Schallakustik zu wünschen übrig läßt.
- riechen, daß die Toiletten oder die Schmutzmatte am Eingang müffig duftet.
- schmecken, daß Ihre Speisen nicht mehr den Pep wie früher haben.
- fühlen, daß Ihre alte Speisenkarte speckig und klebrig ist.

Wir nehmen in unserem eigenen Geschäft, wo wir Tag ein und Tag aus 14 und mehr Stunden arbeiten, diese Sinne nicht mehr so genau wahr. Diese Betriebsblindheit besitzt der Gast aber nicht. Wenn Sie an einem Ihrer wenigen freien Tagen aus Essen gehen, dann werden Sie unweigerlich zum Gast und besitzen plötzlich diese fünf Sinne wieder im vollen Umfang!

- „Hast Du gesehen, wieviele Risse in den Bodenfliesen sind?“
- „Hörmal wie der Koch in der Küche rumschreit und überhaupt, die Bedienung kennt auch keine Tageszeit.“
- „Ich war gerade auf der Toilette, da riecht es wie in einem Urinsteinwerk!“
- „Na ja, unsere Schnitzel schmecken aber besser und die Salatsoße ist aus der Tüte.“
- „Fühlst du auch die Kälte, die könnten mal heizen, hier ist es viel zu kalt und es zieht überall.“

Dass Sie Mitbewerber kritisieren und quasi mit Ihrem Geschäft vergleichen, bringt Ihnen den früheren Erfolg auch nicht mehr zurück. Weisen Sie lieber Ihren Kollegen auf diese von Ihnen festgestellten Mängel hin, oder prüfen Sie sich selbst, zur Not mit dem Hinzuziehen einer neutralen Person mit Kenntnissen aus der Gastronomie.

Dies kann auch ein Gast sein, der aber mehr als nur einmal im Jahr eine Gastronomie aufsucht. Verschönen Sie nicht die Dinge, sondern stellen Sie sich den Problemen und ändern Sie diese umgehend. Hören Sie Ihren Gästen genau zu, und winken nicht gleich ab. Denn viel zu oft geben Gäste uns Hinweise auf Ihre Eindrücke in unserem Objekt, ohne daß wir darauf reagieren. Eine Gästebefragung im dezenten Stiel bewirkte schon oft Wunder.

Nehmen Sie sich ab jetzt vor, TQM (Total Quality Management) zu betreiben und zu leben.

„Total“

Total steht für das Puzzle der tausend Teile, die es zu verbessern gilt. Alle Personengruppen, die an der Dienstleistung beteiligt sind – Mitarbeiter, Gäste, Lieferanten, Nachbarn usw. – sind hier einbezogen. Zur Qualität im weiteren Sinn gehört auch das gesamte Umfeld.

Nur ein gesundes Umfeld ermöglicht höchste Qualitätsansprüche.

„Quality“

Um Qualität dreht sich alles. Alle Ihre Leistungen werden konsequent an den Erwartungen Ihrer Gäste ausgerichtet. Auch für Mitarbeiter, die nicht im direkten Gästekontakt stehen, gilt: Jeder hat einen Kunden. Für die Küche ist der Service der direkte Kunde, für die Buchhaltung die Unternehmensführung, usw.

„Management“

Management heißt für Sie, Qualität in all Ihr Handeln als Führungskraft einzubauen. Und Qualität ist kein nachträglicher Gedanke, wenn´s nicht klappen sollte.
Vorbeugen ist besser als kritisieren. Selbstverantwortung der Mitarbeiter bedeutet auch Selbstkontrolle durch Mitarbeiter. Das Management der Qualität fördert die Selbstkontrolle. Unnötig vertane Zeit für Nachkontrollen und für das Wiedergutmachen von Fehlern wird abgebaut.

Überraschungsqualität

„Die kleinen Oho´s und Wow´s“

Nehmen wir an, der Gast kennt Ihr Haus. Wenn das so ist, dann erwartet er gewisse Dinge. Was er nicht erwartet, daß ist die Überraschungsqualität, z.B. das frisch gebackene Plätzchen bei der Tasse Kaffee, oder eine Überraschung vor der bestellten Speise. Ein Extra, was meist nicht viel kostet, aber eine besondere Wirkung zeigt. „Das muß ich morgen meinen Kollegen erzählen.“, „Jetzt bin ich aber platt.“, „Das würde auch meinen Eltern gefallen.“.

Erwartungsqualität

„Die großen Ja´s“

Jeder Gast sucht nach seinem Lokal mit dem für sich besonderen Charakter. Das kann das einmalige Ambiente sein, besondere Speisen, oder der perfekte, freundliche Service. Eine typische Reaktion darauf: „Das bekomme ich nur hier, genau so möchte ich es haben“.

Basisqualität

„Das Muß“

Der heutige Gast erwartet gewisse Dinge einfach, wenn er in einen bestimmten Lokaltyp geht. Solche Dinge gehören zur Basisqualität. Die Basisqualität muß in Ordnung sein, denn wenn nicht, dann beschwert sich der Gast zu recht. Eine typische Gästereaktion: „Es war alles in Ordnung, aber es war nichts Besonderes“.

Nutzen Sie diese Basisqualität für Ihre Werbung, denn nur über Besonderes wird der Gast nach Ihrem Besuch positiv berichten.
So beurteilt der Gast die Qualität des Zusammenspiels.
So unterschiedlich der Mensch, so unterschiedlich die individuelle Wahrnehmung und Beurteilung der Qualität.

Eines tun Sie allerdings alle:
Sie achten auf Oho`s und Wow´s während der Vorführung in Ihrem Haus.
Der Gast speichert unbewußt die besonderen Momente in denen er mit „Oho´s“ überrascht wurde oder „Nein´s“, in denen er enttäuscht wurde, also die Momente, in der die Basisqualität nicht erreicht wurde (Pannen, Schnitzer) oder in denen die Überraschungsqualität spürbar wird. Diese Momente prägen den Aufenthalt ganz besonders.

Hier ein Beispiel wie der Gast diese „Nein´s“ und „Wow´s“ sammelt:

Im Eingang: „Ah was duftet den so angenehm nach frischem Kuchen?“ (kleines „Oho“)
Beim Eintreten: „Wo ist jetzt ein freier Tisch und warum begrüßt mich keiner?“ (kleines „Nein“)
Beim Umherschauen: „Toller Laden, tolle Dekoration“ (kleines „Oho“)

Während des Aufenthaltes: „Hier zieht es ein bißchen, aber den Tisch wechseln möchte ich jetzt nicht mehr“ (kleines „Nein“)
Beim Bezahlen: „Lecker das Schnäpschen aufs Haus („kleines Oho“)
Usw.

Merke: Wenn ein Glied der Kette reißt, dann reisst das Ganze. In dem 1000stel liegt die Kunst des Ganzen. Spektakulär muß das nicht sein, aber eben ein Ganzes!

 

Die magischen Momente zwischen Gast und Mitarbeiter

Die direkten Kontakte zwischen Gast und Mitarbeiter sind die wichtigsten Momente. Eine Speise, die nicht so recht gelungen war, verzeiht der Gast meist, aber einen unfreundlichen Service oder ein Fehlverhalten von einem Mitarbeiter verzeiht der Gast nie.

Stellen Sie sich vor, die Küche fertigt unter großem Druck mit höchster Konzentration die leckersten Speisen, die Buchhaltung überlegt sich, wie sie die nächste flaue Zeit mit neuem beleben möchte, Mitarbeiter mühen sich, das Haus sauber und gepflegt zu halten, und dann sind es aus der Sicht des Gastes Momente, in denen die Servicemitarbeiter die magischen Momente schaffen oder auch verpassen. Beim Plazieren, beim Begrüßen, beim Bedienen oder Empfehlen usw.

Es reicht nicht aus, in einem schönen Haus mit großer Bühne ein aufwendiges Stück zu spielen, wenn nicht alle Schauspieler das Stück beherrschen! Beim Gästepublikum wird so keine Begeisterung entstehen.

Deshalb das, was man tut, von Herzen tun!

Der Erfolg in der Gastronomie basiert auf einem starken Team und auf einer umsichtigen Regie! Ansonsten klappt das Zusammenspiel der 1000 Details nie und nimmer!

Das auf, hinter und um die Bühne ist Aufgabe der Regie!

Die Regieanweisung wird vom Inhaber selber oder vom Führungsteam ausgearbeitet und überwacht.

Diese Spielregeln gelten für alle Mitarbeiter, erstrecht für die Regie selbst. Nur wer vorlebt, kann anderen etwas beibringen. Selbstdisziplin ist das Maß aller Dinge!

Einige Beispiele für Regieanweisungen:

Durch unser freundliches Auftreten mit einem netten Lächeln wird dem Gast unsere volle Aufmerksamkeit zuteil.
Der Gast steht im Mittelpunkt unseres Tuns.
Der Gast spürt unsere Freude über sein Kommen und wir begrüßen ihn herzlich.
Nach Möglichkeit begrüßen wir unseren Gast immer namentlich.
Wir fragen nach seinem Anliegen und sind ihm behilflich.

Das freundliche Auftreten vor dem Gast aller Teammitglieder ist unser Wettbewerbsvorteil. Unsere Gäste kommen gerne zu uns und sollen immer eine heile Welt vorfinden. Direkt bei der Begrüßung versuchen wir die Vorlieben zu erforschen und machen ihm den Aufenthalt in unserem Haus so angenehm wie nur möglich.

 

Individualität ist der Schlüssel zum Erfolg

„Zeitersparnis und Authentizität sind entscheidend im Verbraucherverhalten der Zukunft“
Nach meiner festen Überzeugung setzt man in die „Geiz ist Geil“-Welle zuviel Aufmerksamkeit und vergißt dabei ganz die Qualität. Es mag im ersten Moment richtig sein, daß das Konsumverhalten der Gäste nach preisgünstigen Angeboten verlangt, aber oftmals wird Preisgünstiges auf billigste Art angeboten. Preisgünstig soll nicht heißen, daß Qualität eben billig ist und dementsprechend förmlich Schund angeboten wird. Das Verbraucherverhalten zeigt vielmehr, daß immer mehr Gäste weniger ausgehen und somit Ihr Ausgehverhalten komplett geändert haben, aber letztendlich nach dem Einzigartigen Erlebnis mit dem Besonderen suchen.

Wenn Sie es nun schaffen, die beste Qualität zu einem für beide Parteien fairen Preis mit vielen „Ja´s“ und „Ooh´s“ dem Gast zu offerieren, dann schaffen Sie so unwillkürlich ein Alleinstellungsmerkmal zu halten.

Ihre Mitbewerber verlieren ein Stück vom Kuchen an Sie. Bieten Sie Ihrem Gast das Möglichste Ihres Könnens und das machen sie am besten, wenn Sie das tun, was Sie am besten können. Spezialisieren Sie sich und gewinnen Sie Abstand zum Vergleichbaren!

Der Gast ist bereit Geld auszugeben, wenn er für sich einen Mehrwert erkennt – emotional oder regional, Hauptsache authentisch und überzeugend. Finden Sie, daß eine besondere Tafel Schokolade mit Lachsfüllung für 14 €, oder eine Flasche Auslese direkt vom Winzer für 32 €, oder die Bionade mit ansprechendem Flaschendesign, wenig Inhaltsstoffen aber verhältnismäßigem hohen Preis, etwas mit „Geiz ist Geil“ zu tun hat?
Ganz sicherlich nicht!

Alltagsprodukte, wie z.B. Waschpulver, Toilettenpapier, Milch, Butter, Kleidung, Benzin usw. werden überwiegend nach dem Kriterium „Preis“ eingekauft. Aber will man etwas erleben, wie z.B. Urlaub, auf die Kirmes gehen, eben Spaß haben, und dazu zählt auch der Aufenthalt in der Gastronomie, dann hat Besonderes seinen Preis und möchte vom Gast erlebt und genossen werden. Enttäuschungen allerdings werden nicht mehr so leicht verziehen.
Er geht eher weniger aus und verlangt für sein gutes Geld eine besonders gute Qualität.

Könnten Sie sich vorstellen, Ihren Urlaub in einen Etab-Hotel an einer stark befahrenen Straße mit Autobahnanbindung zu machen? Sicherlich nicht! Die Qualität in diesem Hotel ist sicherlich dem Preis entsprechend und für die Durchreise überaus gut, aber Ihren Jahresurlaub möchten Sie unvergeßlich erleben und das bietet Ihr 3,4- oder 5 Sterne Hotel.

Buffets, Abendliche Live-Musik, Animationen, Pool, Strand. Das alles kostet Geld, welches Sie selber und auch andere dafür gerne ausgeben. Der Gast möchte somit nichts anderes, als bei Ihnen eine Auszeit zu nehmen und den Aufenthalt zu genießen. Nicht daß Sie meinen, Sie müssen jetzt 3 Sterne erkochen, nein, ich möchte nur, daß Ihnen bewußt ist, daß egal was Sie anbieten, egal in welches Atmosphäre alles perfekt, mit der nötigen Frische zum fairen Preis mit bestem Service dem Gast offerieren! Schaffen Sie Emotionen und hinterlassen bei Ihren Gästen unvergesslich schöne Eindrücke.

„Aktionen“ ja, auf Teufel komm raus „verhökern“, nein!


Ideen, Anregungen, Aufmerksamkeit schaffen

Bieten Sie in Ihrem Haus, wie alle anderen Gastronomen sonntags ein Brunch an?

Wenn ja, dann überlegen Sie mal, ob sich Ihr Brunch deutlich von den anderen absetzt! Sollten Sie zum dem Schluß kommen, daß Ihr Brunch preiswerter, abwechslungsreicher, oder incl. Kaffee, Wasser und vielleicht noch einem Gläschen Sekt angeboten wird, dann ist dies sicherlich eine kleine Maßnahme, aber nicht der Schlüssel zu „Einzigartigkeit“.

Einzigartig in Ihrer Region ist, wenn Sie zum Brunch eine Kinderbetreuung mit Kinderschminken, oder der individuell gedeckte Tisch für die Familie oder ein Picknick-Brunchen anbieten.

Kinderschminken mit Betreuung:

Solch eine Betreuung muß nicht unweigerlich teuer sein. Inserieren Sie in Ihrer Tageszeitung, „Netten Student/in für sonntags als Aushilfe für die Betreuung unserer Gästekinder von 11 bis 14.30 Uhr gesucht“.
Als Arbeitsmaterial stellen Sie dieser Aushilfe Schminke mit Anleitung und Musterbildern, Malblöcke und Spiele zur Verfügung.
Die Kleinen sind beschäftigt und die Großen können in Ruhe brunchen.

Der individuell gedeckte Tisch:

Hinterfragen Sie bei der Reservierung den Gast!

Anlass der Reservierung (oftmals ist es ein Geburtstag den es zu feiern gilt) und schon haben Sie die Möglichkeit zu reagieren. Flott ein paar Luftballons aufgeblasen, eine preiswerte kleine Torte (EK ca. 2-3 €) mit kleinen Kerzen auf den Tisch, ein Cocktail für das Geburtstagskind und wenn das Personal dann noch ein kleines Geburtstagsständchen präsentiert, macht dies den Aufenthalt bei Ihnen unvergeßlich. Diese Aufmerksamkeit werden die Gäste für Sie nach draußen in höchsten Tönen weitertragen. Daß die Speisen sehr gut sind, die Brötchen für das Frühstück frisch und wenn möglich noch warm, der Kaffee aromatisch und das Ambiente ansprechend ist, zählt dies zur Basisqualität, ohne die Sie erst gar nicht auf den Markt des Wettbewerbs gehen dürfen!

Ist es ein Tisch von einer Firma (z.B. Dachdecker), dann decken Sie diesen Tisch halt mit Schiefertafeln und einer alten Regenrinne mit darin liegenden Teelichtern ein. Centartikel die den Aufenthalt bei Ihnen unvergeßlich macht.

Einfach nur Freunde: Nichts leichter als das! Legen Sie selbstgestaltete, ausgedruckte Tischkärtchen auf die Tische, worauf steht „Freude denen, die Freunde haben, darauf stoßen Sie mit uns an. Wir laden Sie ein, auf ein Gläschen …………“. Und schon haben Sie wieder Gesprächsstoff geschaffen!

In einem der zur Zeit bei mir zu beratenen Objekte meldete sich eine Motorradgruppe zum Brunch an. Was tun, oweh, wir überlegten schon ein Motorrad in das 1. OG zu tragen, ließen das aber sein, weil 350 Kg die Treppe rauf, daß war uns zu riskant. Einer meiner Teamleiter erinnerte sich, daß wir drei Wochen zuvor die Polizei als Gruppe im Haus hatten und wir alles mit grün-weißen Servietten und Polizei-Spielzeugautos, sowie Spielzeug-Handschellen und Kellen eingedeckt hatten. Gesagt getan, wir entschlossen uns den Tisch genau ins Gegenteil zu dekorieren.

Glauben Sie es, die Motorradgruppe, nicht immer Freunde der Polizei (Geschwindigkeitsvergehen) hatten einen Riesenspaß und bedankten sich noch mehrmals für diese Mühe. Mühen, die sich lohnen, was sogar die Bedienung letztendlich am Trinkgeld merken wird.

Beziehen Sie Ihr Personal mit ein. Sie glauben gar nicht, was für tolle Ideen hier schlummern. Nach kürzester Zeit werden Sie merken, daß sich Ihr Fundus im Bereich Dekorationsmaterial kombinieren läßt.

Überlegen Sie immer, „Was könnte meinen Gästen gefallen“ oder besser „Was würde mir gefallen“!

Picknick-Brunchen

Ein einfaches Thema, wofür man aber eine Wiese am Haus oder in der Nähe haben muss.

Alles das was man zum Picknick benötigt, von der Decke, bis zum Grill wird von Ihnen bereitgestellt. Einerseits ist Ihr Arbeitsaufwand gering, weil der Gast dich selbst bedient, zum andern können Sie den Preis bestimmen, denn so etwas gibt es in Ihrer Nähe bestimmt noch nicht?

Oder?