Nachkochen empfohlen....
Boeuf á la mode
Dieses klassische Gericht der Moderne ist durch das protektionistische Verbot des Rotweinanbaus an der Mosel durch Napoleon in der moselfränkischen Küche
über fast 2 Jahrhunderten hinweg in Vergessenheit geraten und wurde notgedrungen durch den etwas deftigeren Rheinischen Sauerbraten ersetzt.
Durch die Renaissance des Rotweinanbaus an der Mosel in den letzten beiden Jahrzehnten beizen heute Gourmets in der moselfränkischen Küche ihren vermeintlichen
"Sauerbraten" nur noch mit Wurzelgemüse aus heimischen Gärten und Spätburgunder aus den besten Steillagen der Mosel und geben so dem Sonntags- und Festtagsbraten eine feinere und authentischere Note.
2,5 kg Rinderbraten (Schmorbraten aus dem Schwanzstück, Rose oder Blume)
8 mittel-große Möhre(n), in 2 cm lange Stücke geschnitten
2 Tomate(n), abgezogen
1 Kalbsknochen, zerhackt
100 g Speck, durchwachsenen, gewürfelt
50 g Speck, fett, gewürfelt
Butter, Schmalz
1/2 Tasse Weinbrand
1 Bund Kräuter (Bouquet garni - Kräuterbündel aus 1 Strauß Thymian, 1 Lorbeerblatt, 1 fingerlanges Stück vom weißen )
24 Schalotten, geschält, ganz
Rinderbrühe
Für die Marinade:
1/2 Flasche Wein, rot, kräftig (Burgunder oder Cote du Rhone)
2 Zwiebeln, in Scheiben
3 Lorbeerblätter, zerbröselt
1 TL Thymian
2 Zehen Knoblauch, in Scheiben
1 Bund Petersilie, grob geschnitten
Salz und Pfeffer
Piment
Weißen und schwarzen Pfeffer sowie einige Körner Piment mörsern und das Fleisch damit einreiben (richtig einmassieren).
Großzügig salzen. In die Marinade legen und 24 Std. im Kühlschrank liegen lassen, häufig wenden (ich nehme dazu einen großen Gefrierbeutel, dann riecht der Kühlschrank nicht).
Den fetten Speck in einer Pfanne auslassen und verwerfen. Im Speckfett die Schalotten und die Möhren bei mittlerer Hitze anbräunen.
Danach in einer flachen Form im Ofen bei 180°C gar dünsten, dabei darauf achten, dass immer Flüssigkeit in der Form ist (Bouillon).
Beiseite stellen. Das Fleisch aus der Marinade nehmen und abtrocknen.
Die Marinade durchsieben und aufheben.
Das Fleisch in sehr heißem Schmalz in einer schweren Pfanne von allen Seiten kräftig anbraten (je besser die Kruste, desto besser später die Sauce).
Mit dem Weinbrand flambieren, am besten etappenweise. Das Fleisch aus der Pfanne nehmen und den Bratensatz mit etwas Bouillon abkochen.
In einem großen Schmortopf (Gänsebräter ist ideal) die Butter schmelzen und darin das Gemüse aus der Marinade andünsten.
Darauf das Fleisch, den Knochen, die Tomaten, das Kräuterbukett und die Speckwürfel.
Den gelösten Bratensatz, die Marinade und soviel Bouillon dazugießen, dass das Fleisch zu einem Drittel in Flüssigkeit liegt.
Den Bräter verschließen und bei 175°C 4 Std. im Ofen garen lassen.
Von Zeit zu Zeit wenden, evtl. etwas Brühe nachgießen.
Das Fleisch aus dem Bräter nehmen und warm stellen. Die Sauce durchsieben und dabei das Gemüse gut ausdrücken.
Sauce entfetten und auf die Hälfte einkochen. Abschmecken und die Möhren und Schalotten in der Sauce erhitzen.
Das Gemüse um den Braten garnieren. Mit etwas Sauce anfeuchten, den Rest in einer Sauciere reichen.
Mit diesem Gericht setzen Sie Alleinstellungsmerkmale.
Ein Gastronom aus der Eifel nutzt permanent diese Möglichkeit.
Versuchen Sie zu Ihrem Gericht eine Geschichte zu erzählen. Die werden schnell merken, dass gerade dieses herausgestellte
Gericht unter den Rennern auf Ihrer Karte sein wird.
Aber mit Geschichten erzählen ist es nicht alleine getan.
"Die Inhalte müssen stimmen!"
Mit Inhalten meine ich "Die bestmögliche Qualität".
Sie müssen das, was Sie versprechen, auch halten.
Wer sich von einer gelebten Gastronomie überzeugen möchte, kann hierzu die Klostergaststätte in Himmerod (Eifel) besuchen.
Regionalen Gerichte verwöhnen hier mit selbst gemachten täglich die Gäste.
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